Nach der ersten gemeinsamen Veranstaltung zu den Bonn-Kopenhagener Erklärungen vergangenen Februar erinnern Historisk Samfund for Sønderjylland und die Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte erneut gemeinsam an ein für die Grenzregion bedeutendes Ereignis. Am 12. September 2026 – auf den Tag 100 Jahre nach deren Beschluss – sind die „Bohmstedter Richtlinien“ Thema. Wie 1926 beginnt der Tag mit einer Führung durch die Drelsdorfer Kirche (14 Uhr), nach einer Kaffeetafel im Drelsdörper Krog wird dort (16 Uhr) Professor Thomas Steensen die Geschichte dieses Beschlusses des Nordfriesischen Vereins vorstellen. Im Anschluss reflektieren die Vorsitzende der Friisk Foriining Marie Hahn und der Vorsitzende des Nordfriesischen Vereins Ingwer Oldsen im Gespräch mit Jørgen Kühl und Werner Junge, wie die Spaltung der Friesen durch die Bohmstedter Richtlinien schließlich überwunden werden konnte. Das Grußwort für das Friesengremium des Landtages wird die stellvertretende Landtagspräsidentin Jette Waldinger-Thiering halten.
Zu der Veranstaltung laden die beiden Gesellschaften ein, Führung, Kaffeetafel und Vortragsteil sind kostenlos. Für alle, die nach der Veranstaltung gegen 18 Uhr noch zusammensitzen wollen und Hunger haben, bietet die Küche des Krogs zwei Gerichte zur Auswahl
1) Schnitzel, Bratkartoffeln und Salatbeilage für 19,50 €
2) Fischteller: Matjes, Krabben, Forelle, Lachs, Rührei & Bratkartoffeln für 23,50 €
Das Essen ist jeweils selbst zu bezahlen. Damit die Küche vorbereitet ist, bittet Wirtin Stephanie Freyberg sich unter www.drelsdörper-krog.de anzumelden.
Der Hintergrund
Am 12. September 1926 beschloss der Nordfriesische Verein die „Bohmstedter Richtlinien“. Sie legten fest: Die Nordfriesen sind deutschgesinnt und wollen nicht als nationale Minderheit betrachtet werden. Nationale Minderheit ja oder nein war seit 1925 die „friesische Frage“ auf dem ersten Europäischen Nationalitätenkongresses 1925 in Genf. Hinter dem Bekenntnis zum Deutschtum stand die Angst, gäbe es im Grenzland noch eine nationale Minderheit, könnte das die ersehnte Grenzrevision der Abstimmung von 1920 gefährden. Drahtzieher war mit Pastor Johannes Schmidt-Wodder der Folketingsabgeordnete der deutschen Minderheit in Dänemark. Seine Ideen setzte der Tatinger Pastor Rudolf Muuß um. Schließlich wurden die „Bohmstedter Richtlinien“ vom „Nordfriesischen Verein“ eher zögernd abgesegnet. In einer Umfrage unterschrieben dann über 13.000 Nordfriesen, deutsch zu sein. Da der „Friesische-schleswigsche Verein“ vehement um die Anerkennung als nationale Minderheit gekämpft hatte, begann mit den „Bohmstedter Richtlinien“ ein über Jahrzehnte währender Streit zwischen den sogenannten „Teuto- und den Danofriesen“.
Um Anmeldung wird gebeten unter
Foto: Thomas Steensen