Schleswig-Holstein hat heute 63 Städte, von denen Flensburg, Kiel, Lübeck und Neumünster „kreisfrei“ sind (siehe Landkreise). Die bis dahin Freie und Hansestadt Lübeck kam erst 1937 mit dem Groß-Hamburg-Gesetz zur damaligen preußischen Provinz Schleswig-Holstein. Im selben Jahr gingen Altona und Wandsbek in Hamburg auf. Die folgende alphabetische Liste nennt die Städte, das Jahr, in dem sie Stadtrecht bekamen, sowie den Kreis, dem sie heute angehören, und die Einwohnerzahl (Stand 31.12.2021). Die Jahreszahlen gerade für die Frühphase sind problematisch. So steht fest, dass Schleswig die erste Stadt im Gebiet des heutigen Schleswig-Holsteins war und als eine der ersten im skandinavischen Raum anzusehen ist. Schon um die Wende vom 11. auf das 12. Jahrhundert hatte Schleswig vor dem deutschrechtlichen Lübeck ein eigenes auf dänischen und deutschen Traditionen fußendes eigenes Stadtrecht ausgebildet. Im Fall von Lübeck wird allgemein die Neugründung mit der Stadtwerdung gleichgesetzt. Orte, die im 12. und 13.Jahrhundert mit dem Stadtrecht bewidmet wurden, blieben nicht automatisch bis heute Städte. Meldorf in Dithmarschen verlor so sein Stadtrecht und bekam es später erneut verliehen. Städte, zu denen es ein Stichwort in SH A-Z gibt, sind als Link ausgelegt.

Groß ist nicht gleich Stadt

Die Verleihung des Stadtrechts war und ist nicht nur an die Größe einer Gemeinde gekoppelt. Die Schleswig-Holsteinische Gemeindeordnung legt in der gültigen Fassung vom 28. Februar 2003 fest: „Die Landesregierung kann einer Gemeinde auf Antrag das Stadtrecht verleihen, wenn die Gemeinde 1. mindestens 10.000 Einwohnerinnen oder Einwohner hat, 2. mindestens Unterzentrum oder Stadtrandkern ist und 3. nach Struktur, Siedlungsform und anderen, die soziale und kulturelle Eigenart der örtlichen Gemeinschaft bestimmenden Merkmalen städtisches Gepräge aufweist“. So gibt es heute in Schleswig-Holstein 13 Gemeinden mit über 10.000 Einwohnern, die keine Städte sind. Es sind zumeist in der Nähe von Zentren liegende Orte wie Stockelsdorf (16.289 Einwohner) vor den Toren Lübecks – alle Einwohnerzahlen Stand 2024 – sowie Kronshagen (12.235 Einwohner) oder Harrislee (11.811 Einwohner) in der Nachbarschaft Flensburgs. Dazu kommen im Verdichtungsraum um Hamburg Gemeinden wie Halstenbek (18.082 Einwohner) und Rellingen (15.026 Einwohner) sowie Ratekau (15.527 Einwohner) bei Lübeck. Auch das Ostseebad Scharbeutz (11.694) und Malente (10 .858 Einwohner) sind trotz ihrer Größe Gemeinden. Stadtrecht erhielt dagegen im Jahr 2000 Büdelsdorf vor den Toren Rendsburgs mit gut 10.000 Einwohnern. Fehmarn, mit 185 Quadratkilometern die größte Insel der alten Bundesrepublik, ist ein Sonderfall. Die Bürger der Stadt Burg sowie der Landgemeinden Westfehmarn, Landkirchen, Bannesdorf (dazu gehört seit 1937 auch Puttgarden) beschlossen 2002, sich zu einer Gemeinde zusammenzuschließen. Als Organisationsform für das weitgehend ländliche Gebiet wurde die Form der Stadt gewählt. Seit 1. Januar 2003 gibt es die „Stadt Fehmarn“. Sie gilt als Beispiel für den Prozess der freiwilligen Zusammenschlüsse zu größeren, zeitgemäßen kommunalen Einheiten, der seit einigen Jahren von der Landesregierung gefördert wird. Nach Tornesch im Kreis Pinneberg mit 12.522 Einwohnern, das sich seit 2005 Stadt nennen darf, ist aus dem Zusammenschluss von Klausdorf und Raisdorf, zum 1. März 2008 die Stadt Schwentinental mit 13.600 Einwohnern entstanden. Ein anderer Weg wurde auf der Insel Sylt gegangen. Westerland,  seit 1905 eine Stadt, ging mit den Gemeinden  Sylt-Ost und Rantum am 1. Januar 2009 in der neuen Gemeinde Sylt auf.

Stadt  StadtrechtseitKreis/Land(heute)Fläche (km²)31.12.2024Einwohner31.12.2025
Ærøskøbing DK2.H. 15. Jhd.seit 30.10.1864 Dänemark3,61*869
Aabenraa/Apenrade DK13. Jhd.seit 15.06.1920 Dänemark *7 328
Ahrensbök Stadt II.Klasse Z191201.10.1933 Gemeinde 4,62*1 845
Ahrensburg18.01.1949Stormarn35,2934 201
Altona GHG23.08.1664seit 01.04.1937 Hamburg92,73*247 662
Arnis01.01.1934Schleswig-Flensburg0,45258
Bad Bramstedt12.03.1910Segeberg24,1415 363
Bad Oldesloe1238Stormarn52,5924 981
Bad Schwartau01.07.1912Ostholstein18,3919 918
Bad Segeberg1260Segeberg18,8718 508
Bargteheide14.05.1970Stormarn15,8216 385
Barmstedt01.04.1895Pinneberg17,1710 402
Bredstedt25.10.1900Nordfriesland9,755 722
Brunsbüttel15.01.1949Dithmarschen65,2112 640
Büdelsdorf01.01.2000Rendsburg-Eckernförde6,4810 371
Burg auf Fehmarn Z132901.01.2003 zu Stadt Fehmarn14,88*6 451
Eckernfördevor 1302Rendsburg-Eckernförde21,5821 599
Elmshorn11.04.1870Pinneberg21,3651 375
Eutin1257Ostholstein41,3917 177
Fehmarn Z01.01.2003Ostholstein185,50*13 226
Flensburg1284kreisfreie Stadt56,7395 568
Friedrichstadt24.09.1621Nordfriesland4,022 527
Garding12.10.1590Nordfriesland3,062 882
Geesthacht13.06.1924Herzogtum Lauenburg33,2533 955
Glinde24.06.1979Stormarn11,2118 856
Glücksburg (Ostsee)01.04.1900Schleswig-Flensburg39,686 317
Glückstadt22.03.1617Steinburg22,7511 100
Harderslev/Hadesleben DK1292seit 15.06.1920 Dänemark12.66*12 775
Heide07.07.1870Dithmarschen31,9722 125
Heiligenhafen1305Ostholstein18,329 501
Husum20.04.1603Nordfriesland25,8023 976
Itzehoe1238Steinburg28,5432 850
Kaltenkirchen01.12.1973Segeberg23,1123 585
Kappeln07.03.1870Schleswig-Flensburg43,338 996
Kellinghusen09.08.1877Steinburg18,818 091
Kiel1242kreisfreie Stadt118,65251 842
Krempe1292Steinburg3,382 421
Lauenburg/ Elbe1260Herzogtum Lauenburg9,5611 701
Lübeck1143kreisfreie Stadt214,19217 061
Lütjenburg1275Plön6,155 396
Marne01.10.1891Dithmarschen4,835 558
Meldorf , Stadt 1265-159828.02.1870Dithmarschen21,267 158
Mölln1202Herzogtum Lauenburg25,0519 513
Neumünster01.04.1870kreisfreie Stadt71,6680 145
Neustadt in Holstein1244Ostholstein19,7315 962
Niebüll01.04.1960Nordfriesland30,6310 122
Norderstedt01.01.1970Segeberg58,1083 196
Nortorf17.07.1909Rendsburg-Eckernförde12,777 251
Oldenburg in Holstein1235Ostholstein39,699 724
Ottensen GHG25.10.187101.07.1889 zur Stadt Altona7.04**18 635
Pinneberg15.07.1875Pinneberg21,5444 941
Plön1236Plön36,768 851
Preetz19.05.1870Plön14,4016 464
Quickborn06.02.1974Pinneberg43,1622 662
Ratzeburg1285Herzogtum Lauenburg30,2914 952
Reinbek28.06.1952Stormarn31,2628 146
Reinfeld (Holstein)1926Stormarn17,379 127
Rendsburgvermutl. 1235 Rendsburg-Eckernförde23,7530 305
Schenefeld01.07.1972Pinneberg9,9919 875
Schleswig11./12. Jahrh.Schleswig-Flensburg24,3025 567
Schwarzenbek27.06.1953Herzogtum Lauenburg11,5516 923
Schwentinental01.03.2008Plön17,8114 037
Sønderborg DK15.Jhd.Sei 15.06.1920 Dänemark 5,41 *7 545
Tønder/Tondern DK1243Seit 15.06.1920 Dänemark9,43*4836
Tönning12.10. 1590Nordfriesland44,434 775
Tornesch01.01.2005Pinneberg20,6114 608
Uetersen13.01.1870Pinneberg11,4318 936
Wahlstedt01.01.1967Segeberg15,759 749
Wandsbek GHG01.06.1870seit 01.04.1937 Hamburg18,55*48 454
Wedel27.11.1875Pinneberg33,8134 939
Wesselburen16.10.1899Dithmarschen5,133 336
Westerland23.06.190501.01.2009 zu Gemeinde Sylt10.30*9 032
Wilster1282Steinburg2,714 279
Wyk auf Föhr02.03.1910Nordfriesland8,084 109

DK Städte im ehemaligen Herzogtum Schleswig, die mit der Grenzlandabstimmung 1920 dänisch wurden.

GHG Veränderungen, die sich mit dem „Groß-Hamburg-Gesetz“ ergeben haben

Z Veränderungen, die sich durch Zusammenschlüsse oder Auflösung von Städten ergeben haben

*) Die Sternchen weisen darauf hin, das die Einwohnerzahlen sich jeweils auf die Zeit der Veränderung beziehen

Zu den als Link ausgelegten Städten gibt es ein eigenes Stichwort

-ju- (0601/0701/0901/ 0702/1202/0205/0308/0721/0422/0626/0726*)

Quellen für Daten aus dem Gemeindeverzeichnis: Städte in Deutschland nach Fläche, Bevölkerung auf Grundlage des Zensus 2022 (im Auftrag der Hrsgg.gemeinschaft Statistische Ämter des Bundes und der Länder) Statistisches Bundesamt (Destatis), 2025; für die Daten der Stadtrechtsverleihung: Stadtchroniken, Urkundenbücher, Amtsblatt SH; Die Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 1867-1970 (Historisches Gemeindeverzeichnis). Hrsg. vom Statistischen Landesamt Schleswig-Holstein. Kiel 1972; für 2002 und 2008 Daten aus dem Gemeindeverzeichnis: Gebietsänderungen vom 01.01. bis 31.12.2003 und Gebietsänderungen vom 01.01. bis 31.12.2009, Statistisches Bundesamt (Destatis);Städteverband Schleswig-Holstein, 2001, Reventlouallee 6, 24105 Kiel, www.staedteverband-sh.de; Ortwin Pelc, Zeitleiste in Zeitreise, SH von A bis Z, GSHG, 2001; Statistisches Landesamt www.statistik-nord.de, 2001.

Vignette: Ausschnitt aus einer Karte von Kiel von Johannes Meyer 1651, aus: Christian Degn und Uwe Muuß, Topographischer Atlas Bundesrepublik Deutschland, Neumünster, 1977, Wachholtz-Verlag