So sollte es mal aussehen, das „Sport-Ei“ von Halstenbek

Nach vierjährigem Vorlauf startete in der Gemeinde Halstenbek im September 1995 der Bau des damals sogenannten „Sport-Eis“. Hamburgs Nachbargemeinde wollte mit dem gut 12 Millionen Mark teuren Bau einer Sporthalle, die zu zwei Dritteln unter der Erde lag und mit einer eleganten gläsernen Kuppel überdacht war, ein Zeichen setzen. Der Entwurf des Architektenbüros Poitiers & Partner sollte inzwischen für 15 Millionen Mark im Juni 1997 fertig sein. Doch in der Nacht zum Mittwoch, 5. Februar 1997, stürzte die halbfertige Stahlnetzkuppel ein. Wettereinflüsse (Sturm) und Montagefehler machte der Gutachter dafür verantwortlich, dass die 45 Tonnen schwere Konstruktion zusammengebrechen konnte. Es wurde ein Wiederaufbau beschlossen. Kurz bevor das „Sport-Ei“ fertig war, stürzte es am 26. Juni 1998 erneut ein. Nun war es endgültig in Halstenbek und bundesweit zum „Knick-Ei“ geworden.

Das „Knick-Ei“ wie es bundesweit Schlagzeilen machte

Der lange Abschied vom Knick-Ei

Es folgte eine lange Suche nach den Schuldigen. In der zerstörten Halle blühte inzwischen der Schimmel. 2001 beschloss die Gemeinde den (dritten) Wiederaufbau. Im gleichen Jahr scheiterte ein von den Grünen initiiertes Bürgerbegehren gegen den Wiederaufbau trotz übererfüllter Quote erst einmal. Die Kommunalaufsicht des Kreises Pinneberg ließ es nicht zu. Der Beschluss wurde gerichtlich kassiert und am 22. September 2002 stimmten die Halstenbeker ab. Über 10.000 gingen zur Wahl und entschieden sich mit 50,7 Prozent – wie die Gemeinde davor – knapp für einen dritten Wiederaufbau des Knick-Eis. Am 13. November 2003 beschloss die Gemeinde einen Neubau des Eis mit verstärkten Elementen. Es folgte ein langer Streit zwischen Gemeindevertretung und Bürgern. Am 18. Juni 2005 beschlossen CDU und Grüne mit ihrer Mehrheit in der Gemeindevertretung der amtsfreien Gemeinde, das Knick-Ei abzureißen und durch eine konventionelle Drei-Feld-Halle zu bauen. Dieser Beschluss wurde vom Bürgermeister angefochten, der den Willen der Halstenbeker mißachtet sah und einen erneuten Bürgerentscheid forderte. Der erfolgte am 11. Dezember 2005. 42 Prozent der Halstenbeker gingen zur Wahl und stimmen mit 71 Prozent gegen einen Wiederaufbau der Ruine. Januar 2006 folgte ein entsprechender Beschluss der Gemeindevertretung. September 2008 stand die neue konventionelle Sporthalle auf dem zugeschütteten Bauloch des Knick-Eis. 2008 zahlte die Statik-Firma 2,3 Millionen Euro Schadensersatz. Unterm Strich hatte die Gemeinde Halstenbek damit das Ei 7,2 Millionen Euro gekostet. 

Nach den Abriss der Stahl-Glas-Kuppel blieb ein großes Loch. Es wurde zugeschüttet um darauf ein normale Sporthalle zu errichten

-ju- (0722)

Quellen: www.knick-ei.de; Wikipedia

Bildquellen: www.knick-ei.de