Am 23. April trafen sich rund 30 Mitglieder und interessierte Gäste der GSHG im Kreismuseum in Plön zur Vorstellung des neuen, 151. Bandes der „Zeitschrift der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte“ (ZSHG). Nach der Begrüßung durch die Museumsleiterin Julia Meyer und den Vorsitzenden der GSHG Friedrich Rantzau erläuterte die Hausherrin die interessante Baugeschichte des historischen Hauses sowie die Schwerpunkte seiner Sammlungen. Anschließend gab es die Gelegenheit, das Museum zu besichtigen. Gern wurde auch bei geselligen Gesprächen Kuchen und Kaffee zugesprochen, die Abiturienten des Gymnasiums Schloss Plön anboten.

Herausgeber Detlev Kraack und GSHG-Vorsitzender Friedrich Rantzau präsentieren Band 151 der ZSHG

Das Wirken von Heinrich Rantzau

Um 18 Uhr hielt Prof. Dr. Detlev Kraack dann einen lebendigen Vortrag zum vielfältigen Wirken Heinrich Rantzaus, dessen 500. Geburtstag dieses Jahr durch zahlreiche Veranstaltungen gefeiert wird. Er hinterfragte Rantzaus Biografie als Diplomat und Politiker, Bauherr, gelehrter Humanist sowie Wohltäter und zeichnete das Bild eines für seine Zeit ungewöhnlichen Menschen. Danach gab Kraack als Herausgeber einen Einblick in die vielfältigen Themen der neuen ZSHG, die in diesen Tagen an die Mitglieder verschickt wird. 

… und sonst?

Der 151. Band der seit 1870 erscheinenden ZSHG bietet zudem einen Aufsatz zu Herzog Adolf von Gottorf, der ebenfalls in diesem Jahr 500 Jahre alt geworden wäre. Darüber hinaus untersucht Tim Eggers die karolingerzeitlichen „Pigmenta Ansgarii“, Stefan Magnussen berichtet über die Herzogin Richardis von Schleswig (um 1320-1386) und Oliver Auge über die „Chroniken der Grafen zu Holstein-Schaumburg“. Eckhard Heesch stellt Dr. med. Willi Ohle (1881-1961) vor und betrachtet seine Stellung zwischen Widerstand und Kollaboration. Rainer Hering schreibt über den Textilhistoriker Karl Schlabow (1891-1984) und den Teppich von Bayeux. Thomas Steensen untersucht, ob und wie die Friesen im Rahmen der Kieler Erklärung 1949 und der Bonn-Kopenhagener-Erklärungen 1955 Berücksichtigung fanden. Der Umgang mit problematischen Denkmälern beschäftigt Thomas Hill am Beispiel von Flensburg. Burkhard von Hennings analysiert das Wappen der Familie Mestorp und Peter Wulf einen Hufenpachtvertrag von 1874. Der umfangreiche, von Jens Ahlers zusammengestellte und redigierte Besprechungsteil rundet die ZSHG wieder ab.

Mitglieder der GSHG bekommen die ZSHG zusammen mit den Mitteilungen in diesen Tagen kostenfrei zugesandt. Im Buchhandel kostet die ZSHG 38 €.

Ortwin Pelc/ju (24.04.26*) /Fotos: Julia Meyer und Ortwin Pelc