Die Regionalgeschichte entwickelte sich in den 1970er Jahren hin zur Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftsgeschichte. Sie grenzte sich damit zur klassischen Landesgeschichte ab, die nach Ansicht der Kritiker zu sehr auf das Mittelalter konzentriert war und nicht epochenübergreifend arbeitete – So schreibt Prof. Dr. Oliver Auge jetzt für das akademische Internetportal „Kleine Fächer“. Auge hat seit 2009 den Lehrstuhl für Regionalgeschichte an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und ist Chefherausgeber des Jahrbuchs für Regionalgeschichte und Sprecher der AG Landesgeschichte im Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands (VHD). Zudem ist er im Vorstand der GSHG und in seinem Institut entstehen zusammen mit Studierenden die „Mitteilungen der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte“. Als Sprecher der AG Landesgeschichte wurde er aufgefordert, über die Regionalgeschichte zu schreiben. 

Region statt Herzogtum

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Exkursion auf den jüdischen Friedhof in Glückstadt

Den Charme und den Vorteil der Regional- gegenüber der klassischen Landesgeschichte sieht Auge darin, dass sie per se an den Bedürfnissen und Gegebenheiten der Regionen und nicht in politisch festgelegten Herrschaftsgebieten oder Ländern ausgerichtet sei, sondern regional und damit im Grunde größer denke. Wichtig sei das allgemeine Interesse an Geschichte aus der Region. In Schleswig-Holstein und ganz allgemein in Deutschland stießen regionalgeschichtliche Themen auf einen ungemein großen Zuspruch eines alters- und interessensmäßig sehr breit aufgestellten Publikums. Dem positiven Interesse, das die vielseitige Arbeit erfährt, stehe in Schleswig-Holstein ein nur äußerst begrenzter Rahmen an Fördermöglichkeiten im Weg, beklagt Auge. Umso erfreulicher sei es, dass die Arbeit zumindest von der Universitätsleitung aufmerksam verfolgt und nachhaltig unterstützt werde. Die CAU habe die besondere Rolle erkannt, die die Regionalgeschichte im und für das Land Schleswig-Holstein gerade im Rahmen der dritten akademischen Mission spielt. Diese „Dritte Mission“ beschreibt die Vermittlung von wissenschaftlicher (historischer) Forschung außerhalb der Universität. Auge beklagt, dass Regionalgeschichte oft durch die Raster traditioneller Wissenschaftsförderung falle. Die gesamte Stellungnahme von Professor Dr.Oliver Auge ist zu finden unter:

https://www.kleinefaecher.de/beitraege/blogbeitrag/regionalgeschichte.html

-rgsh- (020822) Porträt: Werner Junge; Exkursion: Copyright Institut für Regionalgeschichte CAU