02.06.2026
Vortrag
Wenn es um Wendepunkte der schleswig-holsteinischen Geschichte geht, fällt fast automatisch der Name der Schlacht von Bornhöved im Jahr 1227. Dieser Vortrag rückt ein Ereignis in den Mittelpunkt, das oft übersehen wird, für die Landesgeschichte aber womöglich viel weitreichendere Folgen hatte: die Belagerung Gottorfs im Sommer 1426 – vor fast auf den Tag genau 600 Jahren. Auf dem Höhepunkt seiner Macht zog der dänische König Erik VII. (*ca.1382/1412-1439†) mit einem breiten Bündnis in die Schlei, um die letzte Bastion der Grafen von Holstein im Herzogtum Schleswig zu erobern. Zwar kam es nie wirklich zur Schlacht – doch der Rest ist Geschichte: militärischer Rückzug der Krone, Verlust von Flensburg, die Absetzung Eriks VII. als Unionskönig, Neuordnung der Kalmarer Union, formelle Belehnung der Grafen von Holstein mit Schleswig – „dat se bliven ewich tosamende ungedeelt“. Der Vortrag von Stefan Magnussen zeichnet die Ereignisse nach, die zu dieser Eskalation führten, beleuchtet die offenbar über Jahre hinweg vorbereiteten Maßnahmen der dänischen Krone und fragt, was uns die Quellen über das Geschehen verraten – und warum sie die europäischen Königshöfe beschäftigte.
Der Vortrag im Schleswiger Stadtmuseum wird von der Gesellschaft für Schleswiger Stadtgeschichte angeboten, https://schleswiger-stadtgeschichte.de/blog, und beginnt am 2. Juni um 18.30 Uhr. Der Eintritt für Mitglieder ist frei, sonst 4 €.