17.03.2023

Führung

Das Landesarchiv Schleswig-Holstein lädt im Rahmen der Ausstellung „Heinz Reinefarth: Vom NS-Kriegsverbrecher zum Landtagsabgeordneten“ zu dieser Ausstellungsführung für Freitag,17. März 2023, 16.00 Uhr, in das Prinzenpalais, Schleswig, ein.

Die Wanderausstellung aus Warschau dokumentiert zurzeit im Landesarchiv die Verbrechen der deutschen Besatzer in Polen im August 1944. Mitverantwortlich für die Ermordung zehntausender Zivilpersonen im Warschauer Stadtteil Wola war SS-General Heinz Reinefarth, der nach dem Krieg in Schleswig-Holstein eine zweite politische Karriere begann.

Auf dem Rundgang vermittelt Kuratorin Julia Liedtke die Biografie Reinefarths und stellt das Schicksal der polnischen Bevölkerung vor. Im Sommer 1944 erhoben sich Kämpfer der „Polnischen Heimatarmee“ gegen die deutsche Besatzungsmacht. Diese ging mit aller Härte gegen die Bevölkerung Warschaus vor und ließ bereits in den ersten Tagen Männer, Frauen und Kinder zusammentreiben und erschießen.Die Soldaten und Polizei-Einheiten unterstanden SS-General Heinz Reinefarth. Nach dem Krieg lebte Reinefarth in Westerland, wurde zum Bürgermeister des Kurortes gewählt und zog 1958 als Abgeordneter in den Schleswig-Holsteinischen Landtag ein. Die Flensburger Staatsanwaltschaft untersuchte in mehreren Verfahren Reinefarths Rolle während des Warschauer Aufstands, konnte aber letztlich keinen Nachweis seiner Täterschaft erbringen.

Die Ausstellung „Heinz Reinefarth: Vom NS-Kriegsverbrecher zum Landtagsabgeordneten“ ist bis zum 31. März 2023 montags bis freitags von 8.30 bis 17.00 Uhr im Prinzenpalais zu sehen. Der Eintritt ist frei. Für Gruppen und Schulklassen können separate Führungen gebucht werden.

Landesarchiv Schleswig-Holstein Prinzenpalais, 24837 Schleswig, Telefon 04621 8618-37 eMail Sonja.clausen@la.landsh.de.

Foto: LASH